Ersatzteile & Werkstatt
Präzision im Maßstab einer Armbanduhr
Lorch Uhrmacher- und Feinmechaniker-Präzisionsdrehbank.
Feinmechanik
Präzision im Maßstab einer Armbanduhr
Diese Lorch-Drehbank stammt aus einer professionell genutzten Uhrmacherwerkstatt. Sie gehört zu jener Klasse kleiner Präzisionsmaschinen, die auf den ersten Blick beinahe unscheinbar wirken. Tatsächlich wurden auf solchen Maschinen Arbeiten ausgeführt, für die eine gewöhnliche Werkstattdrehbank schlicht zu grob gewesen wäre.
Lorch gehörte zu den bedeutenden deutschen Herstellern von Werkzeugen und Maschinen für Uhrmacher und Feinmechaniker. Die kleinen Drehbänke des Unternehmens waren für Arbeiten an Wellen, Zapfen, Schrauben und anderen winzigen Bauteilen bestimmt. Entscheidend war dabei nicht Kraft, sondern die möglichst genaue Führung und sichere Aufnahme selbst kleinster Werkstücke.
Diese Maschine arbeitet mit dem für Uhrmacherdrehbänke typischen 8-mm-Spannzangensystem. Der umfangreiche erhaltene Satz unterschiedlicher Spannzangen zeigt, wie vielseitig eine solche Drehbank eingesetzt werden konnte. Ergänzt wird die Maschine durch Kreuzsupport, Reitstock, Handauflagen, Futter, Planscheiben, Dorne und zahlreiche weitere Spezialteile.
Angetrieben wird sie über einen Riemenantrieb von einem Georg-Kobold-Elektromotor, Typ KOD 444 Pu. Laut Typenschild arbeitet der Motor mit 220 Volt und verfügt über zwei Drehzahlstufen von 1.400 und 2.800 Umdrehungen pro Minute. Über die verschiedenen Riemenscheiben ließ sich die für den jeweiligen Arbeitsgang benötigte Spindeldrehzahl weiter anpassen.
Bemerkenswert ist vor allem das erhaltene Zubehör. Auf den Werkzeugbrettern befindet sich eine große Zahl von Spannzangen und weiteren Spann- und Aufnahmevorrichtungen. Dazu kommen zahlreiche kleine Spezialwerkzeuge. Was für Außenstehende wie eine Sammlung kaum unterscheidbarer Metallteile aussieht, bildete für den Uhrmacher ein fein abgestuftes System, um Werkstücke unterschiedlichster Größe sicher und präzise bearbeiten zu können.
Die Lorch zeigt damit sehr anschaulich, wie eine klassische Uhrmacherwerkstatt funktionierte. Präzision entstand nicht allein durch die Maschine. Sie entstand aus dem Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug, Erfahrung und einer erstaunlichen Zahl hoch spezialisierter Zubehörteile.
Gerade deshalb gehört das Zubehör heute genauso zur Geschichte dieser Drehbank wie die Maschine selbst. Es zeigt eine Arbeitswelt, in der für ein Bauteil von wenigen Millimetern Größe manchmal ein eigenes Werkzeug bereitlag.
Details
Galerie der Lorch-Drehbank
Technische Daten
Objektdaten
- Hersteller
- Lorch
- Maschinentyp
- Uhrmacher-/Feinmechaniker-Präzisionsdrehbank
- Spannzangensystem
- 8 mm
- Steuerung
- manuell
- Antrieb
- elektrischer Riemenantrieb
- Motorhersteller
- Georg Kobold, Elektro-Motoren-Apparatebau GmbH, Leinfelden bei Stuttgart
- Motortyp
- KOD 444 Pu
- Netzspannung
- 220 V
- Frequenz
- 50 Hz
- Motorleistung
- 0,090 / 0,120 kW
- Motordrehzahl
- 1.400 / 2.800 U/min
- Stromaufnahme
- 0,67 / 0,55 A
- Isolationsklasse
- E
- Schutzart des Motors
- P33
- Ausstattung
- Kreuzsupport, Reitstock, Handauflagen und Riemenantrieb
- Spannmittel
- umfangreicher Bestand an 8-mm-Spannzangen sowie Futter, Planscheiben und weitere Aufnahmen
- Weiteres Zubehör
- Dorne, Halter, Spezialspannmittel und zahlreiche weitere Uhrmacherwerkzeuge
- Herkunft
- professionell genutzte Uhrmacherwerkstatt
- Betriebszustand
- bis vor Kurzem im Werkstattbetrieb
- Genaues Modell
- bislang nicht bestimmt
- Baujahr
- bislang nicht bestimmt