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Weitere Ansichten der Exponate
Die Galerien zeigen Zusatzfotos zu den jeweiligen Stücken: Front, Details, Werk- und Seitenansichten.
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Englische Skelettuhr - Das Glockenspiel unter Glas
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Viertelschlag auf acht Glocken. Zeitmessung als mechanisches Konzert.
Diese Uhr versteckt nichts. Sie steht unter Glas wie ein technisches Schaustück, bei dem man der Zeit beim Arbeiten zusehen kann.
Das offene Skelettwerk macht sichtbar, was bei vielen Uhren hinter Zifferblatt und Gehäuse verschwindet: Räder, Hebel, Federkraft, Hemmung und Schlagwerk. Hier wird Zeit nicht nur angezeigt, sondern vorgeführt. Jede Bewegung ist Teil einer kleinen mechanischen Choreografie.
Besonders stark ist das Schlagwerk. Der Viertelschlag erfolgt auf acht Glocken, der Stundenschlag auf einer externen Glocke. Damit wird diese Uhr beinahe zum Musikautomaten der Zeitmessung: nicht lautlos, nicht digital, nicht nebenbei — sondern hörbar, körperlich und mit echtem mechanischem Aufwand.
Das versilberte Zifferblatt, der Glasdom und der rote Sockel geben dem Stück genau die richtige Bühne. Es wirkt nicht wie ein Möbelstück, sondern wie ein Ausstellungsobjekt aus einer Zeit, in der Präzision, Klang und Handwerk zusammengehörten.
Laut vorhandener Beschreibung arbeiten Uhr und Schlagwerke perfekt. Diese Angabe sollte als vorhandene Beschreibung verstanden werden, nicht als eigene technische Prüfung.
Das ist keine Uhr für den Hintergrund. Das ist Zeit als Glockenspiel.
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Léon Bonhomme 1922 – Präzisionsregulator mit französischer Signatur
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Diese Uhr zeigt die Zeit nicht einfach an. Sie zerlegt sie.
Minuten groß im äußeren Kreis, Sekunden oben, Stunden unten – das Zifferblatt wirkt fast wie ein kleines Kontrollzentrum aus einer Zeit, in der Genauigkeit noch nicht digital war, sondern aus Messing, Gewicht, Pendel und Geduld bestand. Auf dem Blatt steht in feiner französischer Schrift: „Construit par Léon Bonhomme“. Darunter das Jahr 1922.
Das ist keine Uhr, die nebenbei tickt. Das ist eine Uhr, die Ordnung behauptet.
In ihrem hohen Holzgehäuse arbeitet sie mit Pendel und Gewicht, sichtbar hinter Glas. Man sieht der Mechanik beim Denken zu. Jede Bewegung ist langsam, ehrlich und mechanisch. Kein Display, kein Akku, kein Update. Nur Schwerkraft, Hemmung und der alte Traum des Menschen, die Zeit in den Griff zu bekommen.
Ein Stück für Menschen, die nicht nur eine Uhr suchen, sondern ein Objekt mit Haltung. Eine Uhr aus der Zeit, als Präzision noch Möbelstück war.
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Telenorma-Mutteruhr – Der Beginn der Datenrevolution
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Lange bevor Computer Daten über Netzwerke austauschten, lösten Hauptuhren bereits ein Problem, das die moderne Welt erst möglich machte: Alle sollten dieselbe Zeit haben.
Diese Telenorma-Mutteruhr war nicht dafür gebaut, allein die Uhrzeit anzuzeigen. Ihre eigentliche Aufgabe bestand darin, viele weitere Uhren gleichzeitig zu steuern. Über elektrische Impulse versorgte sie Nebenuhren in Fabriken, Schulen, Bahnhöfen oder Verwaltungsgebäuden mit einer gemeinsamen Zeitbasis. Wo früher jede Uhr ein wenig anders ging, entstand erstmals ein synchronisiertes Netzwerk.
Heute wirken Sekunden und Minuten selbstverständlich. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war die genaue Abstimmung von Arbeitszeiten, Fahrplänen und Produktionsabläufen jedoch eine technische Herausforderung. Hauptuhren wurden zum Herzstück dieser neuen Ordnung. Sie gaben den Takt vor – und hunderte Menschen richteten ihren Alltag danach aus.
Im Inneren verbindet dieses Exponat klassische Uhrmacherkunst mit Elektrotechnik. Pendel, Kontakte, Spulen und Schaltwerke arbeiten zusammen, um Zeit nicht nur zu messen, sondern zu verteilen. Der erhaltene Schaltplan im Gehäuse erinnert daran, dass diese Uhr Teil eines größeren Systems war.
Wer heute an Datennetzwerke denkt, denkt an Server, Leitungen und digitale Signale. Doch die Grundidee ist dieselbe: Eine zentrale Quelle sendet Informationen an viele Empfänger.
Diese Telenorma-Mutteruhr verteilt keine Datenpakete, sondern Zeit.
Und genau deshalb kann man sie als einen frühen Vorläufer unserer vernetzten Welt betrachten – den Beginn der Datenrevolution.
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Messing-Pendule mit Quecksilber-Kompensationspendel – Ein kleiner Palast für Sekunden
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Diese Uhr ist mehr als ein dekoratives Schaustück. Hinter Glas und Messing steckt ein technischer Gedanke: Präzision.
Das Zifferblatt sitzt wie auf einer kleinen Bühne, umgeben von Säulen, Ornamenten und spiegelnden Flächen. Dahinter arbeitet sichtbar die Mechanik. Besonders spannend ist das Quecksilber-Kompensationspendel. In einer Zeit, in der Genauigkeit noch rein mechanisch erkämpft werden musste, half Quecksilber dabei, Temperaturveränderungen auszugleichen und den Gang der Uhr stabiler zu halten.
Hier treffen Schmuck und Wissenschaft aufeinander. Die Uhr will glänzen, ja - aber sie will auch genau sein. Sie ist nicht nur Dekoration, sondern ein kleines Denkmal für den alten Traum, die Zeit möglichst präzise zu bändigen.
Eine Pendule für Menschen, die Mechanik nicht verstecken möchten. Glas, Messing, Pendel, Quecksilber und der ganze Stolz einer Epoche, in der Zeitmessung noch sichtbar gearbeitet hat.
Ein kleiner Palast für Sekunden – mit Quecksilber statt Quarz.
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Französische Bronze-Kaminuhr um 1880 - Der Glanz der Belle Époque
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Diese Uhr stammt aus einer Zeit, in der eine Kaminuhr nicht einfach nur die Uhrzeit anzeigen sollte. Sie sollte einen Raum beherrschen.
Frankreich, um 1880: feuervergoldete Bronze, feine Ornamente, blaue Ziffern und gebläute Stahlzeiger. Schon im Detail zeigt sich der Anspruch dieser Epoche. Das Gehäuse wirkt nicht gegossen, um praktisch zu sein, sondern um zu glänzen, zu schmücken und zu repräsentieren.
Die Uhr besitzt ein Schlossscheiben-Schlagwerk auf Glocke, die originale Glasglocke ist vorhanden. Damit gehört sie zu jener Welt bürgerlicher Wohnkultur, in der Technik, Dekoration und Klang noch selbstverständlich zusammengehörten. Die Zeit wurde nicht stumm angezeigt, sondern angekündigt.
Besonders schön ist der Kontrast: vorne die üppige, fast theatralische Bronze — dahinter das präzise mechanische Werk. Eine Uhr wie ein kleines Denkmal für die Zeit, als Handwerk noch sichtbar prunken durfte.
Feuervergoldete Zeitmessung — Frankreichs Salon im Takt der Glocke.
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Regule-Kaminuhr mit Alabaster - Der Salon unter Glas
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Diese Uhr ist ein kleines Stück bürgerlicher Inszenierung.
Unter der originalen Glasglocke sitzt eine reich verzierte Kaminuhr mit figürlichem Aufbau, goldfarbener Oberfläche, Emaille-Zifferblatt und Stahlzeigern. Die Alabaster-Applikationen wirken dabei wie helle Ruhepunkte zwischen Ornament, Figur und Metallglanz. Gerade dieser Kontrast macht das Stück so dekorativ.
Solche Uhren waren nicht nur Zeitmesser. Sie standen sichtbar im Raum, auf Kommoden, Kaminen oder Anrichten, und verbanden Technik mit Geschmack, Status und Wohnkultur. Die Uhrzeit wurde nicht einfach abgelesen — sie wurde präsentiert.
Das Schlagwerk auf Glocke gehört zu dieser alten Welt des hörbaren Wohnens. Zeit war nicht stumm. Sie tickte, schlug, erinnerte und füllte den Raum.
Eine Kaminuhr wie ein kleines Bühnenbild — geschützt unter Glas, gemacht für den Salon.
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Salon-Uhr mit Thermometer – Die Wetter-App der guten Stube
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Diese Uhr zeigt nicht nur die Zeit. Sie schaut auch auf den Raum.
Oben sitzt das runde Zifferblatt wie eine kleine Sonne aus Metall, darunter das fein verzierte Holzgehäuse mit eingelegten Ornamenten. In der Mitte befindet sich ein Thermometer, eingefasst in eine beschriftete Metallplatte. Zeit und Temperatur in einem Möbelstück - lange bevor ein Display im Flur hing.
Das ist bürgerliche Wohnkultur mit praktischem Anspruch. Eine Uhr, die nicht nur tickt, sondern Auskunft gibt: Wie spät ist es? Wie warm ist es? Ist der Raum behaglich? Heute erledigt das ein Sensor für ein paar Euro. Damals wurde daraus ein kleines Schaustück.
Die feinen Verzierungen, das helle Holz, die geschwungene Form und die Kombination aus Uhr und Messinstrument machen dieses Objekt besonders reizvoll. Es steht irgendwo zwischen Uhr, Wohnaccessoire und früher Haustechnik.
Ein kleines Kontrollzentrum der guten Stube - mit Zeigern statt Display.
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Prunk-Pendule - Mehr Bühne als Uhr
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Diese Uhr macht keine kleinen Gesten. Sie tritt auf.
Goldfarbene Ornamente, geschwungene Füße, ein reich verzierter Aufbau und ein Zifferblatt, das fast wie in eine kleine Fassade eingesetzt wirkt. Das ist keine Uhr, die sich im Raum zurücknimmt. Sie will gesehen werden — als Zeitmesser, Schmuckstück und Statusobjekt zugleich.
Solche Stücke erzählen von einer Wohnkultur, in der Technik nicht schlicht sein musste. Eine Uhr durfte glänzen, durfte schwer wirken, durfte fast ein bisschen übertreiben. Zeitmessung war hier nicht nur praktisch, sondern Teil der Inszenierung: auf dem Kaminsims, auf einer Kommode, im Salon.
Zwischen Blattwerk, Säulen, Bögen und Metallglanz sitzt die Mechanik wie das Herz eines kleinen Palastes. Man schaut nicht nur nach der Uhrzeit. Man schaut auf ein Objekt, das sagt: Auch der Alltag darf einen Auftritt haben.
Eine Uhr wie ein Vorhang aus Messing — und dahinter läuft die Zeit.
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Präzision im Maßstab einer Armbanduhr
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Diese Lorch-Drehbank stammt aus einer professionell genutzten Uhrmacherwerkstatt. Sie gehört zu jener Klasse kleiner Präzisionsmaschinen, die auf den ersten Blick beinahe unscheinbar wirken. Tatsächlich wurden auf solchen Maschinen Arbeiten ausgeführt, für die eine gewöhnliche Werkstattdrehbank schlicht zu grob gewesen wäre.
Lorch gehörte zu den bedeutenden deutschen Herstellern von Werkzeugen und Maschinen für Uhrmacher und Feinmechaniker. Die kleinen Drehbänke des Unternehmens waren für Arbeiten an Wellen, Zapfen, Schrauben und anderen winzigen Bauteilen bestimmt. Entscheidend war dabei nicht Kraft, sondern die möglichst genaue Führung und sichere Aufnahme selbst kleinster Werkstücke.
Diese Maschine arbeitet mit dem für Uhrmacherdrehbänke typischen 8-mm-Spannzangensystem. Der umfangreiche erhaltene Satz unterschiedlicher Spannzangen zeigt, wie vielseitig eine solche Drehbank eingesetzt werden konnte. Ergänzt wird die Maschine durch Kreuzsupport, Reitstock, Handauflagen, Futter, Planscheiben, Dorne und zahlreiche weitere Spezialteile.
Angetrieben wird sie über einen Riemenantrieb von einem Georg-Kobold-Elektromotor, Typ KOD 444 Pu. Laut Typenschild arbeitet der Motor mit 220 Volt und verfügt über zwei Drehzahlstufen von 1.400 und 2.800 Umdrehungen pro Minute. Über die verschiedenen Riemenscheiben ließ sich die für den jeweiligen Arbeitsgang benötigte Spindeldrehzahl weiter anpassen.
Bemerkenswert ist vor allem das erhaltene Zubehör. Auf den Werkzeugbrettern befindet sich eine große Zahl von Spannzangen und weiteren Spann- und Aufnahmevorrichtungen. Dazu kommen zahlreiche kleine Spezialwerkzeuge. Was für Außenstehende wie eine Sammlung kaum unterscheidbarer Metallteile aussieht, bildete für den Uhrmacher ein fein abgestuftes System, um Werkstücke unterschiedlichster Größe sicher und präzise bearbeiten zu können.
Die Lorch zeigt damit sehr anschaulich, wie eine klassische Uhrmacherwerkstatt funktionierte. Präzision entstand nicht allein durch die Maschine. Sie entstand aus dem Zusammenspiel von Maschine, Werkzeug, Erfahrung und einer erstaunlichen Zahl hoch spezialisierter Zubehörteile.
Gerade deshalb gehört das Zubehör heute genauso zur Geschichte dieser Drehbank wie die Maschine selbst. Es zeigt eine Arbeitswelt, in der für ein Bauteil von wenigen Millimetern Größe manchmal ein eigenes Werkzeug bereitlag.
- Hersteller
- Lorch
- Maschinentyp
- Uhrmacher-/Feinmechaniker-Präzisionsdrehbank
- Spannzangensystem
- 8 mm
- Steuerung
- manuell
- Antrieb
- elektrischer Riemenantrieb
- Motorhersteller
- Georg Kobold, Elektro-Motoren-Apparatebau GmbH, Leinfelden bei Stuttgart
- Motortyp
- KOD 444 Pu
- Netzspannung
- 220 V
- Frequenz
- 50 Hz
- Motorleistung
- 0,090 / 0,120 kW
- Motordrehzahl
- 1.400 / 2.800 U/min
- Stromaufnahme
- 0,67 / 0,55 A
- Isolationsklasse
- E
- Schutzart des Motors
- P33
- Ausstattung
- Kreuzsupport, Reitstock, Handauflagen und Riemenantrieb
- Spannmittel
- umfangreicher Bestand an 8-mm-Spannzangen sowie Futter, Planscheiben und weitere Aufnahmen
- Weiteres Zubehör
- Dorne, Halter, Spezialspannmittel und zahlreiche weitere Uhrmacherwerkzeuge
- Herkunft
- professionell genutzte Uhrmacherwerkstatt
- Betriebszustand
- bis vor Kurzem im Werkstattbetrieb
- Genaues Modell
- bislang nicht bestimmt
- Baujahr
- bislang nicht bestimmt
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Wenn der Lichtbogen unter dem Mikroskop verschwindet
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Lampert PUK 3 professional plus – Präzisionsschweißsystem, Deutschland, um 2008
Bei einem normalen Schweißgerät denkt man an Werkhallen, Schutzmasken und Funkenflug. Beim Lampert PUK 3 professional plus wäre das ungefähr so angemessen wie ein Vorschlaghammer beim Uhrmacher.
Dieses Gerät wurde für eine völlig andere Größenordnung gebaut.
Der PUK arbeitet mit extrem kurzen, fein dosierten Schweißimpulsen unter Argon-Schutzgas. Gearbeitet wird direkt unter einem Stereo-Schweißmikroskop. Dadurch lassen sich winzige Stellen an Schmuckstücken, Uhren- und Feinmechanikteilen bearbeiten, bei denen eine klassische Löt- oder Schweißtechnik viel zu viel Wärme in das Werkstück bringen würde.
Der entscheidende Fortschritt liegt dabei weniger in roher Leistung als in ihrer Kontrolle: Energie wird nur dort eingebracht, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Empfindliche Bereiche unmittelbar daneben werden deutlich weniger thermisch belastet.
Das machte solche Systeme besonders für Goldschmiede, Schmuckwerkstätten, Feinmechaniker und Restauratoren interessant. Edelmetalle, Stahl, Titan und verschiedene Nichteisenmetalle können damit bearbeitet werden.
Schweißen mit Fingerspitzengefühl
Beim PUK 3 professional plus lassen sich Schweißleistung und Impulsdauer an die jeweilige Aufgabe anpassen. Die Plus-Ausführung besitzt fünf speicherbare Programme und verschiedene Impulsarten, darunter einen Micro-Modus für besonders feine Arbeiten sowie einen Gap-/Fugenmodus.
Der eigentliche Arbeitsplatz befindet sich unter dem Mikroskop. Das Schweißhandstück wird wie ein Präzisionswerkzeug geführt. Erst beim Kontakt mit dem Werkstück entsteht der kurze Schweißimpuls.
Was früher Erfahrung mit Flamme, Lot und Wärmeverteilung verlangte, wurde damit um eine weitere Möglichkeit ergänzt: Metallbearbeitung im Maßstab eines Uhrmachers, aber mit einem kontrollierten Lichtbogen.
Argon statt Sauerstoff
Zum System gehört die Schutzgasversorgung. Verwendet wird hochreines Argon, beim abgebildeten Arbeitsplatz Argon 4.6. Das Edelgas verdrängt während des Schweißvorgangs den Sauerstoff aus dem unmittelbaren Arbeitsbereich und verhindert so unerwünschte Reaktionen des erhitzten Metalls mit der Umgebungsluft.
Auf den ersten Blick wirkt die Kombination aus Mikroskop, Gasflasche, Druckminderer und Elektronik beinahe wie ein kleiner Laborarbeitsplatz.
Im Grunde ist sie das auch.
Aus einer professionellen Werkstatt
Das hier gezeigte System stammt aus einem tatsächlich gewerblich genutzten Uhrmacher- und Feinmechanikbestand. Erhalten sind das Lampert PUK 3 professional plus Grundgerät, das Schweißhandstück, das Stereo-Schweißmikroskop mit Schutzsystem sowie die zugehörige Argon-Ausrüstung.
Das Gerät trägt außerdem einen iF product design award 2008-Aufkleber. Selbst bei einem Werkzeug, dessen Aufgabe darin besteht, winzige Metallteile miteinander zu verschweißen, konnte man offenbar nicht widerstehen, auch noch über das Gehäusedesign nachzudenken. Menschen bleiben konsequent.
Technische Daten
- Hersteller
- Lampert Werktechnik GmbH, Deutschland
- Modell
- PUK 3 professional plus
- Geräteart
- Präzisions-/Feinschweißgerät
- Verfahren
- Mikro-Impuls-Lichtbogenschweißen unter Schutzgas
- Schutzgas
- Argon, mindestens 99,9 %
- empfohlenes Schutzgas
- Argon 4.6
- maximaler Gasdruck
- 4 bar
- Leistungsaufnahme
- ca. 400 VA
- Schweißkreisspannung
- 20–43 V
- Einschaltdauer
- 80 %
- maximale Ladezeit
- ca. 0,8 Sekunden
- Programme
- fünf speicherbare Programme
- Impulsarten
- Standard/Soft, Micro und Gap/Fuge
- Gewicht Grundgerät
- ca. 8,1 kg
- Einsatzgebiete
- Schmuck, Goldschmiedearbeiten, Uhren- und Feinmechanik, Reparatur, Modellbau und industrielle Feinarbeiten
- Herkunft
- Deutschland
Die technischen Angaben beziehen sich auf die Herstellerunterlagen der Modellreihe PUK 3 professional/professional plus.
Ein Werkzeug aus der Zeit, als Präzision elektronisch wurde
Der PUK 3 steht für einen interessanten Wandel in der Werkstattgeschichte. Mechanische Präzision verschwand nicht. Sie bekam elektronische Unterstützung.
Die ruhige Hand des Handwerkers blieb notwendig, ebenso Erfahrung, Materialkenntnis und ein gutes Auge. Nur arbeitete dieses Auge jetzt durch ein Mikroskop und die Flamme wurde durch einen elektronisch kontrollierten Schweißimpuls ersetzt.
Ein kleiner Lichtbogen für wenige Millimeter Metall – und ein ziemlich großer Technologiesprung für die Werkbank.
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Wo ein Zehntel schon als grob galt
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Diese Schaublin 70 stammt aus einer professionell genutzten Uhrmacher- und Feinmechanikwerkstatt. Ihr kompakter Aufbau täuscht leicht darüber hinweg, wofür sie geschaffen wurde: für Arbeiten, bei denen bereits kleinste Abweichungen darüber entscheiden, ob ein Bauteil funktioniert oder Ausschuss ist.
Die Geschichte der Schaublin 70 führt in das Schweizer Jura, mitten in eine Region, deren Uhrenindustrie immer präzisere Werkzeugmaschinen verlangte. Das auf dem Maschinenbett genannte Patent Nr. 81805 wird auf das Jahr 1919 datiert. Es betrifft die charakteristische Befestigung von Spindelstock, Reitstock und Zubehör auf dem Bett – ein Grundprinzip, das bei der Schaublin 70 über viele Jahrzehnte erhalten blieb.
Die erhabene Bezeichnung „Ch. Schaublin-Villeneuve – Bévilard (Suisse)“ weist auf eine frühe Ausführung hin. 1946 wurde das Unternehmen in die „Fabrique de machines SCHAUBLIN SA“ umgewandelt. Das genaue Baujahr dieser Maschine ist bislang nicht bekannt.
Mit 70 Millimetern Spitzenhöhe, W12-Spannzangensystem, Flachriemenantrieb und Kreuzsupport war sie für feine Dreh- und Präzisionsarbeiten ausgelegt. Der später ergänzte Frequenzumrichter zeigt, dass die Maschine nicht nur gesammelt, sondern an veränderte Werkstattbedingungen angepasst und weiterhin praktisch genutzt wurde. Sie war bis vor Kurzem noch in Betrieb.
Zum Ensemble gehört ein umfangreicher Werkzeugschrank mit Spannzangen, Futtern, Spitzen, Aufnahmen und zahlreichen Spezialwerkzeugen. Viele dieser unscheinbaren Teile waren für den Werkstattbetrieb ebenso wichtig wie die Maschine selbst. Präzision entsteht schließlich selten durch ein einzelnes großes Gerät – meistens liegt sie in sehr vielen kleinen Schubladen.
Diese Schaublin ist kein stillgelegtes Denkmal der Feinmechanik. Sie tat noch vor Kurzem genau das, wofür sie gebaut wurde: aus kaum sichtbaren Abweichungen brauchbare Präzision zu machen.
- Hersteller
- Ch. Schaublin-Villeneuve
- Modell
- Schaublin 70
- Herkunft
- Bévilard, Schweiz
- Bauzeit
- frühe Ausführung; genaues Baujahr unbekannt
- Maschinentyp
- Präzisions- und Uhrmacherdrehbank
- Spitzenhöhe
- 70 mm
- Spitzenweite
- bis etwa 275 mm
- Spannzangensystem
- W12
- Spindeldurchlass
- 12 mm
- Antrieb
- Flachriemen
- Kreuzsupport
- etwa 65 mm Querweg und 60 mm Längsweg
- Motor
- Golay Buchel & Cie. S.A., Lausanne
- Motorleistung
- 350 W / 0,5 CV
- Anschlussspannung
- 380 V, 50 Hz
- Motordrehzahl
- 2.870 U/min
- Drehzahlsteuerung
- Telemecanique Altivar 16 Frequenzumrichter
- Patentkennzeichnung
- Brevet Nr. 81805
- Zustand
- gebraucht und unrestauriert; bis vor Kurzem in Betrieb
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Salon-Grammophon – Der Musikschrank vor dem Radio
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Bevor Musik aus Lautsprechern, Radios und später aus unsichtbaren Wolken kam, brauchte sie Platz. Holz, Kurbel, Tonarm, Nadel, Plattenteller – und ein Möbelstück, das im Raum stand wie ein kleiner Konzertsaal für Zuhause.
Dieses Schrankgrammophon erzählt genau von dieser Zeit. Die Musik lag nicht in einer App, sondern in schweren Alben. Keine Playlist zum Wischen, sondern Schellackplatten zum Herausnehmen, Auflegen und Warten, bis die Mechanik ihren Dienst tat. Ein Stück Musikgeschichte aus der Zeit, als Klang noch Gewicht hatte.
Besonders schön sind die Details: der rote Plattenteller, der Tonarm, die kleinen Dosen und Fächer im Inneren, die dekorative Front mit Intarsie und die alten Plattenalben. Auf einem Album ist „Jacob Hagen – Musikhaus Menke, Köln, Ehrenstraße 20“ zu lesen. Auch Pathé-Platten bzw. -Hüllen sind dabei sichtbar.
Das ist kein steriles Sammlerobjekt aus der Vitrine. Man sieht Gebrauch, Patina und Jahrzehnte. Genau das macht den Reiz aus: Hier steht nicht einfach ein Grammophon, sondern ein Möbelstück aus einer Zeit, in der Musik noch vorbereitet wurde wie ein kleines Ritual.
Die Playlist aus Schellack. Mit Kurbel statt WLAN.
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