Uhren

Als die Zeit noch zentral verwaltet wurde

Siemens elektrische Hauptuhr / Mutteruhr.

Geschlossene Siemens-Hauptuhr im Holzgehäuse mit Glasfront, Zifferblatt und Pendel.

Hauptuhr

Als die Zeit noch zentral verwaltet wurde

Diese Siemens-Hauptuhr war keine Uhr für den gemütlichen Blick über den Kaffeetisch. Sie war ein Taktgeber. Eine technische Instanz, nach der sich andere Uhren richteten.

In Fabriken, Verwaltungen, Schulen oder größeren Gebäuden reichte es nicht, irgendwo eine einzelne Uhr aufzuhängen. Die Zeit musste überall gleich sein: im Büro, im Flur, in der Werkstatt, am Eingang. Dafür gab es elektrische Hauptuhren wie diese. Ihr Pendel bestimmte den Rhythmus, elektrische Kontakte gaben Impulse weiter, und die angeschlossenen Nebenuhren folgten.

So wurde Zeit nicht nur angezeigt, sondern verteilt.

Das macht dieses Stück so spannend: Es steht zwischen klassischer Uhrmacherei und moderner Infrastruktur. Noch arbeitet ein Pendel sichtbar im Gehäuse, noch sieht man Mechanik, Kontakte, Leitungen und Anschlüsse. Aber die Aufgabe ist schon ganz modern: ein Netzwerk synchronisieren.

Heute erledigt das ein Server, eine Funkuhr oder irgendein unsichtbarer Zeitdienst im Hintergrund. Hier dagegen kann man noch sehen, wie Ordnung entsteht: aus Holzgehäuse, Glasfront, Pendel, Strom und Siemens-Technik.

Eine Uhr für Menschen, die nicht nur wissen wollen, wie spät es ist, sondern wer früher dafür gesorgt hat, dass es überall gleich spät war.

Technische Daten

Objektdaten

Objekt
Siemens elektrische Hauptuhr / Mutteruhr
Hersteller
Siemens
Datierung
ca. 1950er bis 1970er Jahre
Material
Holzgehäuse, Glas, Metall, elektrische Bauteile
Technik
Pendel-Hauptuhr mit elektrischer Impulsgebung für Nebenuhren
Besonderheit
zentrale Zeitsteuerung für mehrere angeschlossene Nebenuhren
Kategorie
Uhren
Zustand
gebraucht, altersgemäß; Funktion nicht geprüft
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